Zahlen & Trends

Eis-Statistiken lesen: beliebt, verkauft oder angeboten?

Was Umfragen, Kassendaten, Produktionsmengen und Eisdielen-Sortimente tatsächlich aussagen – und warum ihre Ranglisten nicht dasselbe messen.

Ist die Lieblingssorte auch die meistgekaufte Sorte?

Nicht unbedingt. In einer Umfrage nennen Menschen eine Vorliebe. Beim Kauf spielen zusätzlich das aktuelle Angebot, der Preis und die Gelegenheit eine Rolle. Prüfe bei einer Befragung, wer teilgenommen hat und ob nur eine Antwort oder mehrere Sorten gewählt werden durften. Bei Mehrfachnennungen müssen die Prozentwerte nicht zusammen 100 ergeben.

Was zeigen Kassendaten und Absatzmengen?

Kassendaten erfassen verkaufte Artikel der teilnehmenden Betriebe. Ob ein Eintrag eine Kugel, einen Becher oder eine Bestellung meint, muss die jeweilige Quelle erklären. Liter, Stückzahlen und Umsatz sind verschiedene Größen. Die BDSI-Statistik unterscheidet außerdem Sortimente wie Multipacks, Haushaltspackungen und das Großverbrauchersortiment; diese Gruppen sind keine Geschmacksrichtungen. Herstellungszahlen zeigen ebenfalls nicht unmittelbar, wie viel Eis Verbraucher im selben Zeitraum gekauft haben.

Wie lässt sich die am häufigsten angebotene Eissorte bestimmen?

Dafür braucht man Daten zum Sortiment der Eisdielen oder Händler, etwa systematisch erfasste Eiskarten zu einem bestimmten Zeitpunkt. Ort, Saison und Auswahl der Betriebe gehören zur Auswertung. Eine häufig angebotene Sorte kann oft verkauft werden, doch das eine beweist nicht das andere. Einzelne Eiskarten reichen nicht für eine Aussage über ganz Deutschland.

Woran erkennst du eine aussagekräftige Eis-Rangliste?

Achte auf Land, Zeitraum, Quelle, Stichprobe und die gezählte Einheit. Ein Veröffentlichungsdatum ersetzt keinen Datenzeitraum. Eine Rangliste aus einem Händler oder Kassensystem sollte auch so bezeichnet sein. Suchanfragen zeigen wiederum Interesse an einem Begriff; sie zählen weder verkaufte Kugeln noch Menschen, die eine Sorte am liebsten essen.

Eine Kugel weiter

Quellen zum Weiterlesen

Eigenständig formulierter Beitrag. Hintergrund und weiterführende Informationen: